Das Recht am eigenen Bild

Alltagsfragen Apr. 29, 2020

Das österreichische Urheberrecht schützt das "Recht am eigenen Bild".[1]

Das bedeutet grundsätzlich, dass Fotos von Personen nicht ohne deren Zustimmung (im Internet) veröffentlicht werden dürfen, wenn sie berechtigte Interessen verletzen.

Am Ende des Artikels findet sich übrigens eine kleine Zusammenfassung.


Wann ist ein Bild "öffentlich"?

Veröffentlichen bedeutet schon das Versenden in einer WhatsApp Gruppe oder einem Email Verteiler mit mehreren Menschen.
Das selbe gilt für das Hochladen in geschlossenen Facebook Gruppen, sofern mehrere Mitglieder darauf Zugriff haben, oder wenn der Beitrag nur für Freunde freigegeben wurde.
Die Grenzen sind etwas unscharf, das Versenden eines besonders bloßstellenden Bildes an eine einzige Person kann schon unzulässig sein![2]


Wann ist man betroffen?

Es muss nicht unbedingt das Gesicht der Person abgebildet sein. Es reicht, wenn man aus dem Kontext leicht erkennen kann, um wen es sich handelt. Beispielsweise wenn man in den Zusatztext hineinschreibt, wer es ist, oder wenn ein ganz spezielles Tattoo erkennbar ist.

Berechtigte Interessen einer oder eines Abgebildeten werden etwa dann verletzt, wenn das Bild entwürdigend, herabsetzend, ent- bzw bloßstellend wirkt, wenn dadurch das Privatleben der Öffentlichkeit preisgegeben wird oder ein Bild für Werbezwecke verwendet wird.


Doch was bedeutet das jetzt Konkret?

Foto von einem öffentlichen Platz

Bild_oeffentlicher_Platz

Bild von Matthias Schröder / Unsplash

Wenn ihr ein Foto von einem öffentlichen Platz macht und im Internet hochladet, dann sind Menschen oft deutlich erkennbar.
Ihr braucht aber keine Berechtigung von jeder einzelnen Person einholen, weil normalerweise keine berechtigten Interesse eines Menschen betroffen sind.
Eine bekannte Ausnahme aus der Judikatur wäre beispielsweise ein oben-ohne Foto vom Strand.

Partyfotos und Bilder im privaten Rahmen

Partyfoto

Bild von Sarthak Navjivan / Unsplash

Bei Partyfotos und Bildern, die bei einer geschlossenen Runde gemacht wurden, muss man aufpassen. Hier können schnell berechtigte Interessen der abfotografierten Person verletzt werden.
Als Grundregel gilt: Würdest du gerne so ein Foto von dir im Internet sehen?

Zu Partyfotografen: Wenn man sich bei einer Feier von einem Partyfotografen fotografieren lässt, so gilt das als Zustimmung, dass das Bild veröffentlicht werden darf. Es ist ja logisch, dass der Fotograf das Foto nicht nur auf seiner Festplatte Zuhause speichern wird.


Zusammenfassung

  • Ein Foto gilt schon durch das senden in eine geschlossene Whatsapp Gruppe mit ein paar Personen als "Veröffentlicht"!

  • Fotos von Personen in der Öffentlichkeit sind meistens okay und dürfen daher ins Internet gestellt werden.
    Ausnahme: Die Person wird besonders problematisch abgelichtet (zB oben-ohne Foto).

  • Bei privaten Veranstaltungen ist das schon anders, als Grundregel gilt: Würdest du gerne so ein Foto von dir im Internet sehen?
    Partyfotografen können ihre Fotos ohne Zustimmung ins Internet stellen, weil ein Posieren vor dem Fotografen als Zustimmung gesehen werden kann.


  1. Zu finden in § 78 UrhG, ris.bka.gv.at ↩︎

  2. Zu finden in § 16 ABGB, ris.bka.gv.at ↩︎


Darf man Bilder aus dem Internet verwenden?
Unzählige Fotos sind im Internet “frei” abrufbar. Das bedeutet allerdings nicht, dass man diese beliebig verwenden kann. Vielen InternetnutzerInnen ist nicht bewusst, wann Urheberrechte verletzt werden und welche Folgen dies haben kann.
Urheberrecht - lawyered.at
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